Viele Frauen, die ich auf Frauen-Balance begleite, tragen eine Geschichte mit sich, die lange vor den Wechseljahren beginnt. Eine davon ist Endometriose – eine Erkrankung, die oft jahrelang unerkannt bleibt und die Frauen dann mit ganz neuen Fragen in die Perimenopause begleitet. Denn wenn sich der Hormonspiegel verändert, verändern sich auch die Beschwerden.
Wenn du also schon länger mit starken Regelschmerzen lebst oder eine Endometriose-Diagnose hast und gerade merkst, dass sich etwas in deinem Körper verschiebt – dann ist dieser Artikel für dich.
Vielleicht rollst du dich oft mit der Wärmflasche zusammen, nimmst Schmerzmittel und hörst von deinem Umfeld trotzdem Sätze wie: „Das ist doch normal, da müssen wir Frauen eben durch.“ Lass mich dir heute etwas sehr Wichtiges sagen:
Nein, extreme Schmerzen, die dich im Alltag komplett lahmlegen, sind nicht normal!
Der Weg zur Diagnose dauert im Durchschnitt oft Jahre, in denen Frauen an sich selbst zweifeln. Damit ist jetzt Schluss. Lass uns gemeinsam Licht ins Dunkel bringen.
Was genau ist eigentlich Endometriose?
Bei einer Endometriose siedelt sich Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut (dem Endometrium) sehr ähnlich ist, außerhalb der Gebärmutter an. Diese sogenannten Endometriose-Herde können sich zum Beispiel an den Eierstöcken, dem Bauchfell, am Darm oder an der Blase festsetzen.
Das Tückische daran: Dieses Gewebe macht genau das Gleiche wie die normale Schleimhaut in der Gebärmutter. Es reagiert auf unsere Hormone, wächst im Laufe des Zyklus heran und blutet, wenn die Periode einsetzt. Das Problem ist nur, dass dieses Blut im Bauchraum nicht einfach abfließen kann. Die Folgen sind oft chronische Entzündungen, Verwachsungen und Zysten – und eben diese extremen Schmerzen.
Die wichtigsten Warnsignale deines Körpers
Endometriose hat viele Gesichter und bei jeder Frau können die Symptome etwas anders aussehen. Zu den häufigsten Anzeichen gehören:
Der Weg zur Diagnose: Bleib hartnäckig!
Da die Symptome so vielfältig sind und sich oft mit anderen Dingen (wie einem Reizdarm) überschneiden, wird Endometriose beim normalen Routine-Ultraschall in der Praxis leider oft übersehen. Eine absolute Gewissheit bringt meist erst eine Bauchspiegelung (Laparoskopie).
Mein wichtigster Rat an dich: Nimm deine Schmerzen ernst! Wenn du das Gefühl hast, dass etwas nicht stimmt, sprich deine Ärztin oder deinen Arzt ganz gezielt auf den Verdacht Endometriose an. Führe am besten vorab ein Schmerztagebuch, in dem du genau notierst, wann und wie stark die Schmerzen auftreten.
Was du selbst tun kannst: Die Kraft der Ernährung
Endometriose ist (bislang) nicht heilbar, wird aber meist medizinisch mit Hormonen, Schmerzmitteln oder Operationen behandelt.
Doch auch du selbst hast einen großen Hebel in der Hand, um dein Wohlbefinden zu verbessern: deine Ernährung.
Da Endometriose eine entzündliche Erkrankung ist, kannst du deinen Körper mit einer antientzündlichen Lebensweise wunderbar unterstützen:
(Tipp: Wenn du deinen Körper zusätzlich mit antientzündlichen Naturstoffen unterstützen möchtest, schau dir unbedingt meinen Beitrag über die Wirkung von Kurkuma an!)
Du bist nicht allein: Hier findest du Hilfe
Die Diagnose Endometriose (oder auch schon der Verdacht) kann einem erst einmal den Boden unter den Füßen wegziehen. Es ist unglaublich wichtig, in dieser Zeit Unterstützung zu haben, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen und sich nicht isoliert zu fühlen.
Eine großartige und fundierte Anlaufstelle, um Selbsthilfegruppen direkt in deiner Nähe zu finden, ist die Datenbank von NAKOS (Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen).
Dort kannst du ganz einfach nach Postleitzahlen und Themen suchen:
Mein Fazit
Liebe Frauen, lasst uns aufhören, Schmerzen einfach hinzunehmen.
Beobachtet euren Körper, sprecht darüber und steht für euch und eure Gesundheit ein.
Mit der richtigen medizinischen Begleitung und einem angepassten Lebensstil ist es absolut möglich, sich die Lebensqualität Schritt für Schritt zurückzuerobern.
